Er ist sicherlich noch allen in guter Erinnerung, der Herr Professor, der einst Sebnitz weltbekannt machte: Professor Dr. Christian Pfeiffer, SPD Mitglied und Chef des Kriminologischen Auftrags-Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN).
Ob der besoffene Neger in Potsdam, die besoffenen Inder in Mügeln oder irgendeine Brandstiftung in einer Ausländerwohnung, es gibt nichts derartiges, wo die Schmierenjournalisten ihm nicht ein Mikrofon vor den Hals halten, um seinen Senf dem BRD-Glotzhammel als neueste Erkenntnis in sein Resthirn zu trichtern; z.B. wie ausländerfeindlich doch die Deutschen Verbrecher, insbesondere die jugendlichen sind.
Selbst wenn er in seinen Gutachten feststellen muß, wie im KFN-Bericht: „Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt“, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund signifikant mehr Straftaten begehen als Deutsche, wird diese Feststellung, im Vergleich mit dem Gedankengut der inkriminierten deutschen Jugend, zur Petitesse heruntergebetet.
Wie er das macht, veranschaulicht das Portal des Richtervereins:
Dieser Bericht fand öffentlich lebhafte Aufmerksamkeit – freilich in einer überraschenden Lesart und Beleuchtung. Um der Neuen Züricher Zeitung das Wort zu geben:
„In dieser Woche meldeten die Schlagzeilen in Deutschland wieder unisono Schlimmes. Sowohl die überregionalen Qualitätszeitungen als auch Regionalblätter und führende Internetmedien entdeckten erneut, dass das böse Alte immer noch schwärt: „Rechtsextremismus unter Schülern alarmiert Regierung“, hieß es bei Spiegel online. Die WELT entsetzte sich „Jeder siebte Jugendliche ‚sehr ausländerfeindlich’. Bei der Süddeutschen las man: „Die größte Jugendbewegung. Eine neue Studie zeigt: Neonazis haben mehr Zulauf als alle anderen Jugendorganisationen zusammen“. Und die Recklinghauser Zeitung stellte gleich die halbe Titelseite unter die Überschrift „15-jährige erschreckend ausländerfeindlich…“.
und fragt:
Wie das? Als gewalttätig gegen Ausländer hatte sich die untersuchte deutsche Schülerpopulation im signifikant geringeren Maße gezeigt, als dies sich in umgekehrter Richtung sagen ließ. Das hatte der Bericht lang und breit begründet. Aber es geht Pfeiffer gar nicht mehr um sein Thema „Gewalt“. Er verändert den Gegenstand seiner Recherche vielmehr auf den letzten Seiten des Gutachtens unvermittelt so, dass er der öffentlichen Aufmerksamkeit sicher sein kann: Dem fertigen Bericht wird nämlich ein weiteres (achtes) Kapitel: „Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus“ angehängt, das sich nicht mehr mit Gewalterfahrungen oder überhaupt Erfahrungen, gar Tatsachen und Zahlen, sondern mit Meinungen („Einstellungen“) befasst, und ein angebliches Resultat einleitend in Ziffer 9 so umreißt: „Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus prägen das Weltbild einer Minderheit von Jugendlichen; in einigen Gebieten fällt deren Anteil allerdings alarmierend hoch aus“
Ja, ja, da hat der Auftragsforscher einfach ein Kapitel anghängt, in welchem er die Einstellungen unserer Jugendlichen nach seinem Gusto bewertet. Die Feststellungen, die er in diesem Sinne ausgewertet hat, lauteten u.a.:
„Ich möchte lieber von deutschen Personen in meiner Nachbarschaft umgeben sein als von anderen Nationalitäten“, „In Deutschland leben zu viele Ausländer“, „Die in Deutschland lebenden Ausländer sollen ihren Lebensstil besser an die Deutschen anpassen“, „Die in Deutschland lebenden Ausländer sind keine Bereicherung für die deutsche Kultur“, usw
Sind das nicht furchtbare Nazis, die man lieber gleich wegsperren soll?
Wie dumm, oder wie boshaft der SPD-Büttel ist, macht der Kommentar des Richtervereins deutlich:
Nachdem Pfeiffer viele Gründe niedergeschrieben hatte, aus denen deutsche Schüler vor gewalttätig sozialisierten Ausländern (insb. aus der Türkei, der SU und Nachfolgestaaten) oft Angst haben - kraft Erfahrung, nicht etwa aus Vorurteil! –, tadelt er diese Schüler dann unvermittelt als (mehr oder weniger, aber jedenfalls tendenziell) „ausländerfeindlich“, soweit sie Einstellungen zu Protokoll geben, wie sie natürlicherweise kaum anders sein können - was auch bei ihm mit ein paar flüchtigen Zusätzen letztlich noch zum üblichen Amalgam „ausländerfeindlich, antisemitisch, rechtsextrem“ zusammen gebacken wird … unbegreiflich
Kurz wird in einer Fußnote die Qualität der „wissenschaftlichen“ Untersuchung erörtert:
Diese und andere Antworten nebst deren Intensität finden sich tabellarisch zusammengefasst S. 115. Die Fragen, deren Beantwortung in bestimmtem Sinne „Antisemitismus“ zeigen soll, sind nicht besser gestellt und ausgewertet, eher noch liederlicher. Und was „rechte Gruppen“ sein sollen (vgl. etwa S. 119), bleibt völlig unbestimmt.
Dankenswerterweise fragen die Richter, ihrem Berufsstand entsprechend, nach dem „warum“, und kommen erstaunlicherweise (oder auch nicht erstaunlicherweise) zu dem Schluß, der bei „altermedia“ zum Standardwissen gehört:
……gibt es für diesen schrägen Schlussgalopp doch eine Erklärung? Mir fiel dazu eine fast beiläufige Bemerkung ein, die in einer Sitzung der – hier eingangs erwähnten- Hamburger Enquetekommission eine „Auskunftsperson“ über ihre schwierige Jugendsozialarbeit in einem der „neuen Länder“ gemacht hatte. Man hatte den wackeren Mann nach den rechtsradikalen Umtrieben in seinem ostdeutschen „Sprengel“ gefragt, über die alarmierende Berichte vorgelegt worden seien. Er, der davon kein Wort gesagt hatte, lächelte etwas nachsichtig und machte uns auf die katastrophale Unterfinanzierung der dort im Argen liegenden Jugendarbeit aufmerksam: Das dringend benötigte Geld lasse sich praktisch nur mit der Versicherung locker machen, man müsse und wolle damit neonazistische Umtriebe und Gefahren bekämpfen. Entsprechende Programme würden nämlich großzügig und aus diversen Quellen gefördert, … töricht also ein Antragsteller, der es versäume, auf diesen Zug aufzuspringen.
Und Auftrags“forscher“ Pfeiffer hat die Gunst der Stunde erkannt:
Das BMI hat die vorliegende Studie finanziert „und (hat) das KNF dazu beraten, welche Themenfelder aus politischer Perspektive von besonderem Interesse sind und welche Schwerpunktsetzung zwischen den einzelnen Themen erfolgen sollte“. Der Bund wird auch weiterhin im Boot bleiben und zunächst einen Anschlussbericht, der noch in diesem Jahr fertig gestellt werden soll, bezahlen. Wer immer hier Ross oder Reiter ist: Institut und „Politik“ scheinen daran interessiert zu sein, die durchweg unkritischen Medien und mittelbar die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass man gemeinsam dabei sei, das unbestreitbar (denn wer riskiert, dies zu bezweifeln?) brennende Problem einer sich rechts radikalisierenden Jugend wissenschaftlich zu ergründen, um sich dann, beraten durch weitere Gutachten, den Therapien zuzuwenden. Das Mitlaufen in einer medial hoch gepeitschten Konjunktur mag sich für das KNF kurzfristig auszahlen. Auf lange Sicht aber sollte man in Hannover überlegen, ob es sich lohnt, den guten wissenschaftlichen Ruf des Instituts dafür aufs Spiel zu setzen.
Den letzten Satz hätten sich die untadeligen Richter aber sparen können, müssten doch gerade sie wissen, dass bei dem deutschen Einfaltspinsel, bei dem das Institut nach Sebnitz immer noch Ansehen genießt, auch in Zukunft Hopfen und Malz verloren ist.
http://www.richterverein.de/mhr/mhr092/m09215.htm