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Augustin

unregistriert

1

Freitag, 18. April 2008, 14:42

Distanziert du dich eigentlich?

Distanzierst du dich eigentlich von irgendwelchen Menschen oder nicht? Ich sehe es so sich nicht zu distanzieren, hat etwas mit Stolz und Eigenständigkeit zu tun. Das heißt nicht, daß man nicht sagen könnte, daß man diese und jene Position nicht teilt. Sich von ganzen Verbänden, Organisationen, Parteien, Bünden etc zu distanzieren, käme für mich zudem auch allein deshalb nicht in Frage, weil ich doch in anderen zuerst Einzelpersonen sehe, mit individuellen Eigenschaften, und nicht einen Funktionsträger.
Sich nicht zu sehr um die öffentliche Meinung zu scheren, ist übrigens eine Lehre, die ich aus dem Nationalsozialismus ziehen würde. Wenn sich damals weniger Deutsche von ihren jüdischen Nachbarn distanziert hätten, wäre es wesentlich besser gewesen. Autonomie gegenüber öffentlichem Druck ist daher eine Eigenschaft, die man sich dringend aneignen sollte, auch wenn das grundsätzlich der schwierigere Weg ist

Arbogast

unregistriert

2

Freitag, 18. April 2008, 15:36

Soll das eine im Ton der Gutmenschen vorgetragene Annäherung an die NPD werden? Wenn ja, ist es hoffentlich eine Satire.

Wenn nein, solltest Du zwischen dem persönlichen Verhältnis zu einem Menschen und der politisch notwendigen Abgrenzung zu Meinungen, Organisationen und Personen zu unterscheiden lernen. Und die öffentliche Wirkung berücksichtigen, die gewisse Freunde haben können. Oder befürwortest Du, dass sich zB die Republikaner nicht von der Linken unterscheiden und offen von deren Vorschlägen distanzieren? Sondern man nur ab und zu sagt, dass man diese und jene Position nicht teil? Sehr schlau - so verliert man jedes Profil. Politischer Suizid.

Du bist hoffentlich kein Mitglied der Republikaner?

Der Verweis auf die "jüdischen Nachbarn" ist übrigens bodenlos.

"Stolz und Eigenständigkeit" 8| Mir fallen zu so einer Geisteshaltung wie Deiner ganz andere Worte ein.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Arbogast« (18. April 2008, 18:54)


3

Freitag, 18. April 2008, 16:01

RE: Distanziert du dich eigentlich?

Ich sehe es so sich nicht zu distanzieren, hat etwas mit Stolz und Eigenständigkeit zu tun.


Mit Stolz und Eigenständigkeit hat es zu tun, sich nicht von der veröffentlichten Meinung vorschreiben zu lassen, von wem man sich zu distanzieren hat und vom wem nicht.

Mit Stolz und Eigenständigkeit hat es aber auch zu tun, seine eigene Meinung zu haben und klar kundzutun, wer oder was damit nicht vereinbar ist. Das nennt man distanzieren und das kann sowohl bei Einzelpersonen wie ganzen Organisationen sinnvoll und nötig sein. Nur so zeigt man sein eigenes Profil.

Augustin

unregistriert

4

Freitag, 18. April 2008, 16:44

Soll das eine im Ton der Gutmenschen vorgetragene Annäherung an die NPD werden? Wenn ja, ist es hoffentlich eine Satire.

Wenn nein, solltest Du den Unterschied zwischen dem persönlichen Verhältnis zu einem Menschen und der politisch notwendigen Abgrenzung zu Meinungen, Organisationen und Personen zu unterscheiden lernen. Und die öffentliche Wirkung berücksichtigen, die gewisse Freunde haben können. Oder befürwortest Du, dass sich zB die Republikaner nicht von der Linken unterscheiden und offen von deren Vorschlägen distanzieren? Sondern man nur ab und zu sagt, dass man diese und jene Position nicht teil? Sehr schlau - so verliert man jedes Profil. Politischer Suizid.

Du bist hoffentlich kein Mitglied der Republikaner?

Der Verweis auf die "jüdischen Nachbarn" ist übrigens bodenlos.

"Stolz und Eigenständigkeit" 8| Mir fallen zu so einer Geisteshaltung ganz andere Worte ein.

Weißt du eigentlich, was distanzieren heißt? Ich habe auch Freunde in der Linkspartei, bei den Grünen, der SPD, der NPD etc. - ich mache doch nicht meine Freundschaften an politischen Überzeugungen fest. Freundschaften übrigens knüpfe ich nicht an die politische Einstellung, sondern an persönliche Sympathie und einige Werte, und daher könnte es mir jederzeit passieren, daß ich auf politisch sehr unterschiedlichen Veranstaltungen anwesend bin, ohne daß der jeweilige Inhalt automatisch meine Ansichten wiedergäbe, und halte daher die Methode, aus Veranstaltungsbesuchen, bei denen dann auch nur einzelne, ins Bild passende herausgegriffen werden, weil man sich für die anderen, die das vorgefaßte Bild nicht bestätigen, gar nicht interessiert, auf die politische Haltung zu schließen, für sehr unglücklich, da diese Methode Bilder vollkommen verzerrt.

Wichtig ist, immer auch gegenüber Strukturen kritisch zu bleiben, denen man selbst angehört, und regelmäßig über den eigenen Tellerrand zu schauen, d.h. sich mit Menschen auseinanderzusetzen, die anders denken als man selbst - und diese dabei als vollwertige Diskussionspartner anzuerkennen - weiterhin auch Andersdenkenden nicht zu schaden, auch nicht psychisch.

5

Freitag, 18. April 2008, 17:56

RE: RE: Distanziert du dich eigentlich?

Ich sehe es so sich nicht zu distanzieren, hat etwas mit Stolz und Eigenständigkeit zu tun.


Mit Stolz und Eigenständigkeit hat es zu tun, sich nicht von der veröffentlichten Meinung vorschreiben zu lassen, von wem man sich zu distanzieren hat und vom wem nicht.

Mit Stolz und Eigenständigkeit hat es aber auch zu tun, seine eigene Meinung zu haben und klar kundzutun, wer oder was damit nicht vereinbar ist. Das nennt man distanzieren und das kann sowohl bei Einzelpersonen wie ganzen Organisationen sinnvoll und nötig sein. Nur so zeigt man sein eigenes Profil.


Zustimmung zum ersten Absatz, dem jedoch der zweite Absatz in der republikanischen Praxis widerspricht, da die Abgrenzung gegenüber der NPD in Form und Inhalt nach dem Kalkül folgt, sich dem herrschenden Regime anzudienen, nicht aber, um inhaltiche Differenzen aufzuzeigen.

Diese zu bekunden und die Unterschiede zwischen REP und NPD deutlich zu machen, würde keine Ruhstorfer Beschlüsse erfodern.
„Unsere Hoffnung ruht in den jungen Leuten, die an Temperaturerhöhung leiden, weil in ihnen der grüne Eiter des Ekels frisst; in den Seelen von Grandezza, deren Träger wir gleich Kranken zwischen der Ordnung der Futtertröge einherschleichen sehen; sie ruht im Aufstand, der sich der Herrschaft der Formen entgegenstellt, und der einer neuen Waffe, des Sprengstoffs bedarf, auf dass der Lebensraum leergefegt werde für eine neue Hierarchie“ (Ernst Jünger, Das Abenteuerliche Herz)

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